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#FoodWasteChallenge: Lebensmittel wertschätzen, Verschwendung vermeiden – mehrere Organisationen und Unternehmen sensibilisieren hierfür

Laut einer neuesten GfK-Studie von 2018 landen mindestens 55 Kilogramm Lebensmittel pro Kopf und Jahr in Deutschland im Müll privater Haushalte. Diese Abfälle haben soziale und ökologische Folgen, da Ressourcen verbraucht werden, CO2 produziert und Arbeitskraft - oft fern von Deutschland mit gravierenden Auswirkungen - aufgewendet wird.

Die Ursachen erstrecken sich über die gesamte Wertschöpfungskette: So können bereits unmittelbar nach der Ernte Lebensmittel, in der Verarbeitung zum Produkt, im Handel, beim Endverbraucher sowie bei Großverbrauchern, wie Restaurants oder Kantinen, verloren gehen. Ein Großteil dieser Lebensmittelabfälle ist vermeidbar. Aus diesem Grund haben sich mehrere Akteure zusammengetan, um für die Vermeidung von Lebensmittelverschwendung entlang der Wertschöpfungskette zu sensibilisieren und Lebensmittelabfällen den Kampf anzusagen.

Unter dem Hashtag #FoodWasteChallenge geben die jeweiligen Teilnehmer auf mehreren digitalen Kanälen, beispielsweise auf der eigenen Website oder den Sozialen Netzwerken Tipps, wie Verbraucher Lebensmittelabfälle vermeiden können, oder teilen Best Practices, wie Unternehmen der Lebensmittelindustrie oder in der Gastronomie effizient mit Lebensmitteln umgehen können. Jeder ist dazu aufgerufen, an der Aktion teilzunehmen und unter dem #FoodWasteChallenge in Social Media seine Leistungen oder Ideen gegen Lebensmittelverschwendung zu teilen.

Konkret gehen die Akteure der Initiative die Vermeidung von Lebensmittelabfällen folgendermaßen an:

Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz:

Um Kinder von klein auf für Lebensmittelwertschätzung zu sensibilisieren, setzt das Hessische Verbraucherschutzministerium mit seinen Projekten „Werkstatt Ernährung“ und „Bauernhof als Klassenzimmer“ auf Verbraucherbildung für nachhaltige Ernährung von Anfang an. Wie lagere ich Lebensmittel richtig in meinem Kühlschrank, wie kann ich Reste kreativ verwerten, wie aufwendig werden Lebensmittelerzeugt? – Dies sind Fragen, die in diesen beiden Projekten praktisch behandelt werden. Das Hessische Umweltministerium nimmt auch die Lebensmittelverschwendung in der Außer-Haus-Verpflegung genauer unter die Lupe. Im Projekt „Essen in Hessen“ werden Modellbetriebe hinsichtlich der Entstehung von Lebensmittelabfällen in den Blickpunkt gerückt und gemeinsam mit diesen Optimierungsansätze erarbeitet. Der Integrierte Hessische Klimaschutzplan 2025 rückt das Thema „nachhaltige Ernährung“ ebenfalls in den Fokus.

DHB – Netzwerk Haushalt:

Im Rahmen unseres Jahresmottos „Rest(e)los glücklich“ wurden in 8 Ausgaben des DHB-Magazins jeweils mehrere Artikel zur Vermeidung von Lebensmittelabfällen im Privathaushalt veröffentlicht. Themen waren z.B. Konservieren, Lagern, Resteverwertung mit den jeweils passenden Rezepten. Darüber hinaus bieten einige Ortsverbände Kochkurse zum Thema an.

Der DHB ist Praxispartner des Projekts „Küche mit Köpfchen“ der Universität Bonn, gefördert durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt. Im Rahmen des Projekts wurden u.a. Tipps zum richtigen Lagern von Lebensmitteln im Privathaushalt und zur Küchenhygiene erarbeitet, Flyer erstellt und eine Website www.mitkoepfchen.uni-bonn.de eingerichtet. In einer Multiplikatorenschulung wurden DHB-Fachfrauen geschult, die ihr Wissen dann in ihren Landes- und Ortsverbänden weitergaben. Bei zahlreichen Veranstaltungen und auf Verbrauchermessen wurden deutschlandweit Aktionen für Endverbraucher durchgeführt.

Verbraucher Initiative e.V.:

Der Bundesverband kritischer Verbraucherinnen und Verbraucher informiert auf verschiedenen Wegen zum Thema „Lebensmittel wertschätzen“. Dazu gehört das 16-seitige Themenheft „Teller statt Tonne“, das vierseitige Faltblatt „Lebensmittel wertschätzen“, Artikel im Verbandsmagazin „Verbraucher konkret“ und der Versand eines sendefertigen Radiobeitrags, der rund 12 Millionen Hörer („Hörer gestern“) erreichte.

United against Waste:

United Against Waste ist eine Initiative für die Food Branche. Gemeinsam mit seinen über 100 Mitgliedern entwickelt der Verein praxistaugliche Lösungen, die aufzeigen, dass die Reduzierung von Lebensmittelabfall machbar ist – und Ressourcen spart. Die von United Against Waste erarbeiteten Maßnahmen helfen Betrieben der Außer-Haus- Verpflegung überdies, das Thema Lebensmittelverschwendung im Küchenalltag greifbarer zu machen. Gleichzeitig sorgt eine aktive Öffentlichkeitsarbeit dafür, den respektvollen Umgang mit der Ressource „Lebensmittel“ weiter in den öffentlichen Fokus zu rücken.

Abfallmessungen sind die Grundlage dafür, um zu wissen, wie viele Speisereste am Ende eines jeden Verpflegungstages entsorgt werden und was deren Ursachen sind. Hierzu führte United Against Waste dezidierte Messungen und Analysen in 393 Betrieben durch und lieferte gesicherte Werte für Betriebsrestaurants, Krankenhäuser, Hotels und Schulen. Auf deren Grundlage kann die Entwicklung der gesamten Lebensmittelabfälle in der Außer-Haus-Verpflegung in Deutschland dokumentiert und bewertet werden. Ein solches Monitoring schafft erstmals Transparenz und deckt Ursachen und Einsparpotenziale auf. United Against Waste verfügt damit bundesweit über die umfangreichste Abfalldatenbasis mit detaillierten Analysen.

Nestlé Deutschland:

Um die Verschwendung zu verringern hat Nestlé (www.nestle.de/food-waste) in ihren Werken verschiedene Maßnahmen ergriffen. Beispielsweise werden Endprodukte, die lediglich kleine Mängel aufweisen, mit entsprechender Deklaration als zweite Wahl im Personalwarenshop vermarktet oder Tafel-Organisationen zur Verfügung gestellt. Bestimmte hochwertige Zwischen- und Nebenprodukte, wie z. B. Rückstände aus der Produktion von Caro oder aus der Produktion von Milcherzeugnissen, werden für die Produktion von Tierfutter abgegeben. Weitere Abfallstoffe aus der Produktion werden zum Beispiel externen Biogasanlagen zugeführt. Eine überschlägige Berechnung ergab, dass Nestlé in Deutschland damit jährlich ca. 11.000 Tonnen CO2 einspart. Zudem wurden durch die vielen kleinen Maßnahmen im Jahr 2016 insgesamt über 55.000 Tonnen Reststoffe systematisch und vollständig einer sinnvollen Verwertung zugeführt. Bereits heute fallen in deutschen Werken keinerlei Lebensmittelabfälle zur Deponie-Entsorgung an. Bis 2020 sollen in weltweit allen Nestlé-Werken keine Abfälle mehr zur Deponie gehen.
Verbraucher bekommen beim Nestlé Marktplatz (https://www.nestle-marktplatz.de/), beim Nestlé Ernährungsstudio (https://ernaehrungsstudio.nestle.de/home) oder bei Maggi Rezepte und Tipps,  wie sie bei sich zu Hause Lebensmittelverschwendung vermeiden können.